Die Geometrie und Mathematik der Großen Pyramide

(Ein Auszug von Karl-H. Homann's Manuskript "Und Sie Dreht Sich Doch Um Sothis", © 1996)

 

Obwohl man den Erbauern der Großen Pyramide mangelhafte Kenntnis der Zahl Pi (p ) unterstellte, versuchte man paradoxerweise gleichzeitig die Aussage des griechischen Geschichtsschreibers Herodot, daß bei der Großen Pyramide der Flächeninhalt jeder ihrer Seiten gleich dem Quadrat ihrer Höhe sein soll, mit Pi zu rechtfertigen.

Wäre die Pyramide nach der Pi-Relation gebaut, würde dies in der Tat mit 99.9% zutreffen. Man kann aber annehmen, daß die Erbauer und somit auch Herodot, der von den Priestern diese wichtige Information bekommen hat, mit diesen "ungefähren" 99,9% nicht zufrieden waren und mit dem mathematischen Begriff "gleich", 100% meinten. Sollte dies zutreffen, würde das ein vollkommen anderes Licht auf das Wissen der Erbauer werfen.

Von Schwaller de Lubicz, einer der bedeutensten Ägyptologen unserer Zeit, wissen wir, daß im Alten Ägypten Gebäude und Tempel nach den Proportionen des Goldenen Schnitts errichtet wurden. Traf dies für die Große Pyramide auch zu?

Vergleicht man rein optisch die Große Pyramide mit den beiden anderen Pyramiden auf dem Gizeh-Plateau, fällt sofort die Präzision ins Auge. Ob innen oder außen, alle Abmessungen, Ausrichtungen und Winkel sind perfekt. Granitblöcke, bis 70 Tonnen schwer, sind auf ein Zehntel Millimeter genau recht- und anderswinklig bearbeitet. Das größte Merkmal aber, was sie von allen anderen Pyramiden unterscheidet, ist die Lage der sogenannten Königskammer. Diese ist in genau einem Drittel Höhe angebracht. Der sogenannte Sarkophag, aus einem Stück Granit bearbeitet, ist nach Norden ausgerichtet. Genauso wie die beiden Luftschächte, die auch in Granit ausgearbeitet sind, ist dieser von äußerster Präzision. Selbst mit unserer heutigen Technik dürfte er kaum in dieser Qualität nachzumachen sein.

Da auch bei der ersten gewaltsamen Öffnung im Jahre 820 n.Chr. von Kalif Al Mamun keine Juwelen und kein Gold gefunden wurden, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß dort niemals ein König oder Pharao bestattet worden ist. Welchem Zweck diente diese geheimnisvolle Kammer wohl?

Das Rätsel der Großen Pyramide hat schon immer die Menschheit beschäftigt. Es gab oft Ansätze, die zur Lösung hätten führen können. Doch die Wissenschaftler forderten Beweise. Mit ihren festgesetzten Theorien und Denkmodellen aber traten sie auf der Stelle, und sie behaupteten, daß die verschiedenen Maß- und Zahlentheorien unhaltbar sind. Bisher versuchte man immer wieder, die direkte Beziehung mit Pi herauszufinden, was zu unzureichenden Annäherungen führte.

Der sehr umstrittene Böschungswinkel der Großen Pyramide von 51°51' bis 52°, sowie die nicht mehr genau feststellbare Höhe mit den angegebenen 146 bis 147 m, trugen auch zu weiteren Mißverständnissen bei. Man nahm nicht zur Kenntnis, daß den alten Ägyptern der Goldene Schnitt, die hermetische Regel, bekannt war. Vielleicht wollte man es auch nicht. Wenden wir aber den Goldenen Schnitt, auch Phi-Relation genannt, auf die Große Pyramide an, steht Herodot plötzlich im vollen Licht, denn seine Aussage über die Flächengleichheit wird damit bestätigt.

Phi läßt sich durch die Fibonacci-Reihe oder mathematisch genau nach Abb.23 ermitteln. Fibonacci, der im 12. Jahrhundert lebte, war Mathematiker. Von seinen Reisen nach Ägypten brachte er viel mathematisches Wissen mit, u.a. auch die Kenntnisse über den Goldenen Schnitt. Für das Universal-Genie Leonardo da Vinci galten die Proportionen des Goldenen Schnitts als Grundlage seiner schöpferischen Kreativität. Plato sah in Phi die direkte mathematische Beziehung zum Kosmos.

Betrachten wir nun Abb.23. Von dem Quadrat mit der Seitenlänge a = 1 ausgehend, ergibt r1 = Ö 1,25 = 1,11803398.... . Zählen wir nun die halbe Seitenlänge a dazu, so erhalten wir Phi mit 1,61803398... .

Bei den nun folgenden Kuriositäten mit Phi kann man Platos Einstellung gegenüber dieser mystisch anmutenden Zahl begreifen. Welche enge Beziehung zwischen Pi und Phi besteht, können wir an der alt-ägyptischen Elle erkennen. Es ist immer angenommen worden, daß ihre Länge p /6 eines Meters ( = 0,523599m) beträgt. In Wirklichkeit sind es, was wir später bei der Berechnung der Großen Pyramide entnehmen, j 2 /5 = 0,523606m (j ist das Symbol für Phi).

Oder beim Volumen einer Kugel: Die Formel nach Pi ist d3 ´ p /6 und nach Phi wäre es d3 ´ j 2 /5 . Der Unterschied beträgt bei einer Kugel von 1 Meter Durchmesser bloß ca. 8cm3. Mit anderen Worten, bei 65 Liter Wasser sind es nur rund 1cm3, also ein paar Tropfen, gegenüber der Pi-Relation mehr.

Phi ist auch die einzige Zahl, die von ihrem Quadrat subtrahiert die Zahl 1 ergibt: j 2 - j = 1 und ebenso ergibt 1/j +1 = j . Ungewöhnlich sind auch die folgenden Gleichungen:

j 3 = 2j 2 -1 = 2j +1 , j + 1/j 2 = 2 , j 2 + 1/j 2 = 3 , (j + 1/j )2 = 5 .

Noch einmal zur Abb.23: addieren wir r1 mit r2 erhalten wir somit als Durchmesser einen irrationalen Wert von 2,11803398... . Multiplizieren wir diesen mit p , auch eine irrationale Zahl, so erhalten wir einen Kreisumfang mit dem Wert von 6,6540000, der zwischen den beiden Kreisumfängen liegt. Das ungewöhnliche daran ist, daß aus einem Produkt von zwei irrationalen Zahlen eine Zahl mit einer Nullenfolge erscheint.

Noch geheimnisvoller scheinen die Beziehungen der drei transzendenten Zahlen von Pi, Phi und e* untereinander zu sein. So ergibt j /p ´ e = 1,4000 , auch ein Wert mit Nullenfolge. Wundern sollte es einem dabei nicht, denn mit Phi ist es möglich, eine gleichwinklige logarithmische Spirale zu konstruieren. Vom Gänseblümchen über die Stoßzähne von Elefanten bis zur Nautilus-Schnecke konstruiert die Natur in einer breiten Palette fleißig nach Phi. Die Dogon sprechen von einer Schöpfungsspirale, aus der unaufhörlich, vom Sirius B ausgehend, Keime ausgesendet werden.

* Die Zahl e = 2,71828.... ist die Basis der natürlichen Logarithmen und der Exponentialfunktionen. Nach denen läuft ja bekanntlich das gesamte Wachstum in der Natur ab. Auch nur mit Pi ist es möglich, eine Funktion einer gleichmäßigen Krümmung hervorzubringen, die einen exakt runden Kreis erzeugt.

Auch folgende Gleichung ist mit keiner anderen Zahl möglich: j x + j x+1 = j x+2

(z.B. j 15 + j 16 = j 17 oder j 3,14159 + j 4,14159 = j 5,14159 )

Zum Schluß lassen Sie uns noch einen Blick auf Abb. 24 werfen. Dort ist die vollkommene Harmonie von Phi mit den Gleichungen x2 - x = 1 - y und x -1/x -1 = y zu bewundern. Nun können wir sicherlich Plato und Leonardo da Vinci verstehen, wenn sie dem Goldenen Schnitt eine hohe Bedeutung zukommen ließen und ihn als Hermetische Regel betrachteten.

Mit soviel Kenntnis über den Goldenen Schnitt wagen wir uns nun an das älteste, größte und genaueste Bauwerk der Erde - die Große Pyramide. Diese ist von innen und von außen nach hermetischen Prinzipien gebaut. Es ist heute sehr schwierig, sich an der äußerlich schwer demolierten Pyramide zu orientieren. Die genaue Höhe läßt sich durch fehlende Abschlußsteine nicht mehr ermitteln. Auch den genauen Böschungswinkel kann man nicht mehr rekonstruieren, da die einst fugenlose Kalksteinverkleidung fehlt. Aus dieser wurde ja bekanntlich nach mehreren großen Erdbeben im 13./14. Jahrhundert Kairos Paläste und Moscheen wieder aufgebaut. Über ein Maß aber, das man noch recht gut rekonstruieren kann, ist man sich einig, das ist die Basislänge, und diese wird mit 230,38 m angegeben.

Da als Maßeinheit seinerzeit die altägyptische Elle galt = j 2 /5 m und man sich sicher ist, daß die Basislänge 440 Ellen beträgt, ergibt sich somit eine genaue Länge von 230,38699 Meter. Das wichtigste aber ist der Böschungswinkel, um Herodots "Flächengleichheit" zu erreichen.

Man glaubt, diese Flächengleichheit mit Pi zu erreichen, da das Verhältnis zwischen Basislänge (2b) und Höhe (h) zu der Zahl Pi führt: (2b) ÷ h @ 1/2 p . Damit erreicht man aber nur die zu Anfangs erwähnte Genauigkeit von 99,9%.

Nachweislich gibt es allerdings nur einen Böschungswinkel, welcher Herodots Aussage bestätigt, und zwar berechnet nach Phi (siehe Anhang). Es gibt drei Möglichkeiten, ihn mit Phi zu berechnen:

sinb = 1/Ö j , cosb = 1/j oder tanb = Ö j = 51,827...°.

Mit diesen beiden wichtigen Ergebnissen, Basislänge und Böschungswinkel, ist es nun nicht mehr schwierig, die genaue Höhe zu ermitteln, die wir ja für Herodots "Flächengleichheit" auch benötigen. Wir erhalten die Höhe (h) , indem wir die halbe Basislänge (b) mit Ö j multiplizieren. Siehe dazu Abb. 25: h = b ´ Ö j = 146,528...m.

Für die Flächenberechnung des Dreiecks benötigen wir noch die Höhe der Seitenfläche C. Diese erhalten wir ganz einfach aus dem Produkt b ´ j = 186,387 m. Aus den Berechnungen der Flächen des Quadrates und des Dreiecks, s. Abb. 26, erhalten wir nun jeweils 21.470,5691 m2. Somit haben wir bis auf 4 Stellen hinter dem Komma den 100%igen Beweis für die Richtigkeit der Aussage von Herodot vorliegen. Der Vollständigkeit halber noch die Werte für die Kantenlänge K und den Seitenflächenwinkel a . Die Kantenlänge K erhalten wir aus dem Quotient C/sina und den Seitenflächenwinkel a durch tan-1 von j . Auch die sogenannte Königskammer ist exakt nach der Phi-Relation errichtet. Ihre Bodenfläche besteht aus 2 Quadratflächen mit einer Kantenlänge von 10 Ellen, die ein Rechteck ( 10×20 Ellen ) bilden. Die Höhe der Kammer entspricht der halben Länge der Diagonale des Rechtecks = Ö 500/2 = 11,18033 Ellen.

An einem anderen Beispiel soll gezeigt werden, daß die Große Pyramide mit ihren äußeren Maßen die genaue Relation der Erdkugel darstellt. Der Geschichtsschreiber Agatharchides von Knidos, der im 2. Jahrhundert v.Chr. lebte, berichtet unter anderem, daß die Länge einer Seite der Grundfläche der Großen Pyramide 1/8 Minute eines geographischen Breitengrades entspreche. Vom Äquator ausgehend bis zum zehnten Breitengrad sind es 1.105.867 m. Eine Bogenminute entspricht dann 1.843,11 m und 1/8 davon 230,38896 m. Da die Basislänge der Großen Pyramide 230,38699...m beträgt, liegt nur eine Abweichung von 1,97 mm vor.

Genauso wie zwischen Phi, der altägyptischen Elle und dem Meter eine feste Beziehung besteht, sollte diese auch für Phi, Inch (Zoll) und der statischen Meile gelten. Niemand kann so recht sagen, woher der Inch und die statische Meile kommt. Es gibt auch keine rationale Beziehung zueinander. Die gegenwärtige Definition von einem Inch entspricht 2,5399956 cm. Über ein Fuß = 12 inch und ein Yard = 3 Fuß gelangt man mit 5.280 Fuß zu einer statischen Meile von 1.609,341 m. Mit 2Ö j = 2,544... erhält man einen Faktor, der den Inch in Beziehung zu Phi bringt. [ 2Ö j × 12 × 5280 (feet) = 161190.33]. Verwenden wir Phi als Maßeinheit, so haben wir mit 1,618034 km eine statische Meile, die zwar um ca. 8,7 m größer ist als die gegenwärtige statische Meile, aber dafür perfekt in die "Maß-Familie" hineinpaßt. Mit Ö j = 1,27201965 als Faktor erhält man ziemlich genau den mittleren Erddurchmesser (Pol- plus Äquatordurchmesser geteilt durch 2) in Meter. Somit präsentiert die Große Pyramide mit ihren Abmessungen nach der Phi-Relation äußerst genau den mittleren Erddurchmesser und den mittleren Erdumfang in Inch und Meter.

Von all diesen bisherigen Erkenntnissen ausgehend, dürfte die Große Pyramide in der Tat den "Stein der Weisen" verkörpern. Viele weitere Geheimnisse mag sie aber noch verbergen. Die Große Pyramide ist ein Zeugnis der höchsten wissenschaflichen Erkenntnis einer ehemaligen Hochkultur und ein Symbol der hermetischen Weisheit.

"Nachdem dieses sich also verhält, so ist in allen wesenden Dingen der Sinn, weil sie ohne denselben nicht können sein. Aber die Erkenntnis ist weit unterschieden von dem Sinn, denn der Sinn ist das Ende der Macht und die Erkenntnis das Ende der Wissenschaft, die Wissenschaft ist eine Gabe GOTTes." (12. Buch 32./33. Hermetis Tris-Megisti)

 

Interessant wäre noch die Frage, was Sirius mit der Großen Pyramide zu tun haben könnte? Wie bekannt, steht die Große Pyramide mit zwei weiteren Pyramiden auf dem Gizeh-Plateau, einer Anhebung aus festem Naturstein. Das dürfte auch der Grund sein, warum sie nicht genau auf dem 30. Breitengrad steht, sondern auf festem, erdbebensicheren Untergrund von 29°59'48" Nördlicher Breite (festgestellt vom Astronomen Nouet).

Die Position von Sirius beträgt gegenüber dem Äquator -16°40'25". Da die Erdachse, wie wir herausgefunden haben, eine feste Position zwischen Sonne und Sirius hat, bleibt diese bis auf geringfügige Schwankungen erhalten.

Diese Tatsache führt uns zu den geheimnisvollen Pyramidenkräften, von denen wir zu einem späteren Zeitpunkt berichten werden. Denn wenn es einen Pyramiden-Effekt gibt, dann nur durch Einstrahlung bestimmter Energie. Um die optimale Energie, welcher Art auch immer, voll zu nutzen, sollte der Einfallswinkel dem Brechungsindex des Materials aus dem die Pyramide geschaffen ist, angepaßt sein. Beim Böschungswinkel der Großen Pyramide von 51,827° beträgt der Einfallswinkel von Sirius 5,16° (siehe Abb. 27). Da die Einstrahlung oberhalb erfolgt und die Brechung (Ablenkung) durch Kalkstein etwa 3° ausmacht, wird die Pyramide mit einer Abweichung von ca. 2° von der Senkrechten von Sirius-Aufgang bis -Untergang optimal durchstrahlt.

Daß der 45° Schacht ziemlich genau auf Sirius ausgerichtet ist, sollte kein Zufall sein. Da dies bei einer Lunisolar Präzession nur alle 25800 Jahre geschehen kann, fantasieren einige Experten sogar, daß die Erbauer der Großen Pyramide dieses Ereignis, daß der bedeutenste Stern der ägyptischen Geschichte über diesen Schacht der Pyramide steht, nur für uns geplant haben. Ausgerechnet für uns, die in den Augen der alt-ägyptischen Priester wahrscheinlich nicht mehr sind, als die Nachkommen von Grabräubern.

Karl-Heinz & Uwe Homann

 

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Anhang:

Basislänge der Pyramide = 2b

Höhe der Pyramide = h

Höhe des Dreiecks der Seitenfläche = c

 

Für die Aussage über die Flächengleichheit gibt es nur eine mathematische Lösung:

h2 = c × b

h2 = c2 - b2

Þ c2 - b2 = c × b

Um das Verhältnis zwischen c und b zu ermitteln, soll gelten b = 1

Þ c2 - 1 = c , oder c2 - c - 1 = 0

Laut der allgemeinen quadratischen Gleichung x2 + px +q = 0 folgt,

Þ x 1,2 = - p/2 ± Ö p2/ 4 - q

Þ c 1,2 = 1/2 ± Ö 1.25 Þ c = j (1,61803398875...)

q.e.d.

 

 

 

 

 

 

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